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Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

Einige selbstgebaute Tore im Aussenbereich hatten schon einige Jahre ihren Dienst versehen und trockneten in dem nun schon 2 Wochen andauernden Hoch vor sich hin. Sie würden einen Anstrich also sehr gut vertragen und dankbar „annehmen“.
Früher hat man Holz nicht behandelt, weil das Geld und die entsprechenden Anstrichmittel fehlten. Das Holz wurde im Verlauf der Jahre silbergrau, dunkelte also nach und schützte sich damit selbst. Nicht selten kann man heute noch hunterjährige Scheunentore oder Wand- und Giebelverkleidungen alter Feldscheunen mit dieser Patina bewundern.
Heute gibt es allerlei Farben zu kaufen, aber wenn es unbedingt ein Anstrich sein soll, kann man dies heute auch mit altem Motoröl tun, sofern der Ölwechsel bei den PKW selbst gemacht wurde.
Normalerweise stehen immer so 5 L Altöl hier rum, diesmal aber nicht! Wie gewinnt man also Altöl? Genau, indem man seinem Fahrzeug mal wieder einen Ölwechsel gönnt!
Also unter das Auto gekrochen, die tiefste Schraube am Motorblock aufdrehen und das dunkle Gebräu in eine Auffangwanne laufen lassen. Doch oh Schreck! Das Mot-Öl war ungewöhnlich hell! Klar, es war ja auch kein Mot-Öl, sondern Getriebeöl!
Eigentlich kein Problem, denn man kann es ja oben wieder einfüllen – nur wo?
Das Abfüllen des Altöls im 2. Anlauf an der richtigen Schraube und das Einfüllen des neuen Öles war nach 20 Minuten beendet, aber ohne Getriebeöl fährt nunmal kein Auto längere Zeit …
Eine Einfüllschraube für das Getriebeöl war einfach nicht zu finden! In die Werkstatt fahren geht ohne Getriebeöl auch nicht und so stand ich 3 Tage ratlos mit dem Auto auf dem Hof, wie die sprichwörtliche Kuh auf dem Eis. Das Internet war letztlich keine Hilfe, weil es für „meinen Motor“ keine Explosionszeichnung gab und unter dem Passus „Getriebeöl wechseln“ in der Bedienungsanleitung ein Werkstattbesuch empfohlen wird! Mein Mechatroniker Neffe sandte mir auch eine Explosionszeichnung – nur wieder nicht von meinem Motor!
Jeden Morgen der Anblick eines Autos, welches aber nicht einsatzfähig ist. Blieben noch meine Nachbarn. Das grösste Problem dabei war, wie ich ohne französische Kenntnisse dem Nachbar mein Missgeschick erklären sollte bzw. was ich denn eigentlich an Hilfe von ihm brauche. Im Internet eine Übersetzung zusammen gegurgelt und damit zu Nchbars. Eine geschlagene Dreiviertelstunde suchte Damien im Internet eine Schrauberseite, wo ein Peugeot-Fan ein Foto der Unterseite „meines“ Motorblockes, des „Peugeots Diesel 2.0 HDI“ eingestellt hatte, auf dem endlich die unscheinbare Lage der Einfüllschraube für das Getriebeöl ersichtlich war. Von nun an war es fast ein Kinderspiel (denn vor der Schraube war kein Platz, auch nur das kleinste Gefäss anzusetzen), das abgelassene Öl zurück zu füllen. Also noch schnell eine Konstruktion, bestehend aus Schlauch mit Einfülltrichter, gebastelt, um das Öl von oben, am Motorblock vorbei, einfüllen zu können.

Ein Glück, dass Zeit hier kein Geld kostet!