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Gänse – immer gut für Überraschungen

Auf „die Gans“ gekommen sind wir schon vor 2 Jahren, als wir 5 geschenkten Gänseeiern im Brutapparat zum Leben verhalfen. Bei keinem anderen Geflügel ist die erste Prägung so nachhaltig, wie bei Gänsen.
So etwa 2 Tage vor dem Schlupf geben die Kücken Laute von sich. Wenn man darauf in irgendeiner beliebigen Form mit seiner Stimme antwortet, hat man einen Nachwuchs, der einem auf Schritt und Tritt folgen wird und sich lautstark äussert, wenn die prägende Person einmal aus dem Sichtfeld geht.
Leider hat dieser Schlupf nur wenige Wochen gelebt. Ein Kücken nach dem anderen ist -vermutlich an Viren- eingegangen. Die Infizierung kann schon mit den Eiern zu uns gekommen sein.
Im letzten Jahr bekamen wir dann einen weissen Ganter geschenkt, für den wir dann noch 2 erwachsene, grau weisse Gänse besorgten. Weil nicht bekannt war, wie „sicher“ diese Rassen brüten, füllte ich mit einem Teil der Eier wieder den Brutapparat und den anderen Teil durfte eine „Sie“ selbst bebrüten. Was ich befürchtet hatte, traf auch ein; die Gans hatte kein Durchhaltevermögen und verliess nach 3 Wochen ihr Nest. Ich hatte da mit dem Brutapparat mehr Glück. 6 kleine Gössel erblickten das Licht der Welt.

Im Alter von 6 Wochen gab ich sie der „Sippe“ zurück, weil ich wusste, dass diese sich nun fortan rührend um „ihren“ Nachwuchs kümmern würde – ja selbst 1 kleine Ente, die bei einem nächtlichen Marderbesuch als einzige von 8 überlebt hat, wurde anstandslos von der Gänsefamilie adoptiert. Bis zu deren plötzlichen Tod lief diese Ente ausschliesslich mit den Gänsen mit und ignorierte vehement ihre eigene Art. Wenn die Gänse auf der Wiese grasten, suchte sie eben tierische Kost und schwimmen auf dem Wasser stellte ja ohnehin kein Problem dar.
Im Verlauf des Sommers ereilte 2 Elterntiere auf sehr ungewöhnliche Weise ein jähes Ende. Neugierig, wie Gänse nunmal sind, müssen sie an allem rumzupfen, um es auf Fressbarkeit zu überprüfen. So auch eine „Grauweisse“ eines Nachts. Das Bändsel, das die Fallklappe tagsüber im geöffneten Zustand hält, war nachts frei und bildete eine Schlaufe. Der unfreiwillige Suizid muss folgendermassen abgelaufen sein: Gans zupft nachts dieses Bändsel von aussen nach innen in den Stall, kriecht mit dem Kopf in die ca. 30 cm lange Schlaufe, kommt nicht wieder heraus und hängt morgens erdrosselt in eben dieser Schlaufe!
Den „Weissen“ ereilte wenige Tage später ein ähnliches Missgeschick. Weil das Gras hinter dem Zaun ja immer grüner ist, wie das zur Verfügung stehende, steckte er den Hals durch das mobile Knotengeflecht (extra kleine Maschen für Geflügel) der Abzäunung und hat sich wohl beim zurückziehen des Kopfes derart verfangen, so dass er sich mit eigener Kraft nicht mehr befreien konnte. Als ich es bemerkte und ihn erlöste, hat er noch gelebt, hatte sich aber durch seine Befreiungsversuche an den Flügeln derart aufgeschürft, dass er wohl zuviel Blut dabei verloren hat. Der Ganter ist am Tag darauf spurlos verschwunden und muss wohl irgendwo verendet sein.
Deutschland sucht ja immer irgendwen, oder -was. Wie wäre es einmal mit „Deutschland sucht die doofsten Gänse“? Ich könnte mich mit unseren bewerben!

Juni 2014
Eine Gans ist beim Gründeln am Teichrand derart mit dem Kopf in den Steinen hängen geblieben, dass ich Mühe hatte, das ertrunkene Tier aus dieser Verkeilung heraus zu ziehen. Da die Gans noch warm war, konnte sie noch notgeschlachtet werden. Das bedeutet: In diesem Jahr ist St. Martin schon zu Johanni!