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Die zwei Seiten der Medaille

Das „Backup“-System der Gänsebrut besteht ja immer darin, dass schon mal mit den Eiern, die kurz vor der Überalterung stehen und danach nicht mehr brutfähig sind, ein Brutapparat gefüllt wird.
Während der 4-wöchigen Brutdauer setzt sich i.d.R. eine der 2 Gänse auch auf die Eier in ihrem Nest.
Das Schlupfergebnis des Apparates war denkbar schlecht, denn nur 2 Gössel von 10 haben sich durch die Eierschale den Weg in’s Leben gepickt. Schlechte Schlupfergebnisse können mehrere Ursachen haben.
Manchmal bleiben Embryos im Ei in ihrer Entwicklung zurück und sterben ab, manche Eier sind nicht befruchtet oder der Keim war schon erfroren. Gänse beginnen bereits im Januar/Februar mit dem Legen. Manche Kücken sterben noch im Ei am Ende der Brutphase und andere schaffen es nicht, sich aus eigener Kraft aus ihrer Eihülle zu befreien.
Auch, wenn man sich die Quälerei der Kücken, aus dem Ei zu schlüpfen, manchmal nicht ansehen kann und den Kleinen beim Schlupf helfen möchte, zeigt sich immer wieder, dass ihre Vitalität nicht ausreicht, sie länger als 2/3 Tage am Leben zu halten.
Nun, die beiden Gänschen machten einen recht gesunden Eindruck, bis ich feststellte, dass eines seine Beinchen nicht gebrauchen kann. Beim Versuch, sich aufzustellen, viel es um, war entsetzt darüber und begann jedesmal ein mords Gezeter.
So kam es, dass ich das Fittere von beiden, das sich auch schneller entwickelte, nach 4 Wochen den Eltern zur „Adoption“ freigab, was auch wunderbar funktionierte. Jedoch – die brütende Gans glaubte offensichtlich, dieses Gänslein wäre ihrem eigenen Nest entschlüpft und stellte somit promt das Weiterbrüten ein. Dabei gibt es zur „Kückenerziehung“ doch noch Ganter und Tante?

Das Geschwisterkücken war schon zu alt, um es „von seinem Handycap zu befreien“ – wir brachten es einfach nicht fertig, es umzubringen.

So bekommt es weiterhin eine Sonderbehandlung im eigenen Freigehege und nach und nach „besinnt“ sich Gänschen darauf, die Füsse doch als Geh- und Lauforgane zu benutzen. Fällt sie hin, wird das durch heftiges Schimpfen begleitet, so, als wäre sie selbst über diese Einschränkung enttäuscht.
Einmal am Tag gibt es dann noch kontrollierten Schwimmunterricht im Brunnenbecken. Das nimmt die Last von den Beinen und animiert dazu, selbige auch mal wieder unbeschadet zu benutzen.