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Dabei war doch Alles so gut durchdacht

Bevor der Weiher gebaggert wurde, nisteten in dem sumpfigen Gelände in jedem Frühjahr schon Wildenten. Was lag also näher, als ihnen einen sicheren komfortablen Brutplatz mitten auf dem Wasser zu schaffen?
Ein Bruthaus auf dem Wasser brauchte aber eine Fixierung am Grund, also eine Art Anker. Ich bohrte also in einen ca. 15 kg schweren Stein ein Dübelloch für eine Öse, befestigte daran eine Kette, an deren Ende ein Stück Ballenschnur angebracht war, die eine Henkelflasche aus Kunststoff als Schwimmer fixierte, damit die Position des Anker wiedergefunden werden konnte. Die Idee war, den Ankerstein in der Mitte auf dem Eis des zugefrorenen Weihers zu platzieren, wo er im Frühjahr während der Eisschmelze an seinen Platz am Grund des Weihers plumsen würde. Bis hierher ging mein Plan auf.

Ankerstein

Aus Palettenholz entstand dann im folgenden Frühjahr das Bruthäuschen für die Enten.

Entenhaus Weiher

Aufnahme nach einer notwendig gewordenen Reparatur vom Februar 2014

Ich war allein, wartete nun auf wärmeres Wetter, um schwimmend, mit einer Schere im Mund und das Holzhaus im Schlepptau, dieses am Anker zu fixieren. Bevor ich den „Schwimmer“ durchtrennte, band ich die Kette, mit der auch das Haus schon „vorinstalliert“ war, mit einem Faden an die Flasche, damit das Haus nicht abtreibt – und dies, während ich mit den Füssen in Bewegung blieb, um die Hände frei zu haben. Jetzt brauchte ich nur noch die Flasche rausschneiden und die beiden Kettenenden miteinander verbinden. Dumm nur, dass ich den Verbindungsfaden nicht oberhalb des Schwimmers durchtrennte, sondern unterhalb. Dies hatte zur Folge, dass die Ankerkette den Ballenfaden mit in die Tiefe nahm …
Obwohl ich sofort nach dem Ankerstein tauchte (die Schere legte ich auf der „Hausveranda“ ab), konnte ich ihn in der Dunkelheit aber nicht finden und als ich wieder oben ankam, war das Holzhaus abgetrieben …
Ich schwamm, um das Haus zurück zuholen, aber wo bitteschön ist jetzt genau der Ankerplatz? Ich wiederholte die Aktion, also tauchen, nichts finden und oben angekommen, das Haus zurück holen …
Jetzt schien es so, als wäre diese schöne Vorarbeit mit dem Ankerstein umsonst gewesen, wenn ich nicht Glück im Unglück gehabt hätte. Beim erneuten Zurückholen des Hauses spürte ich an einem Fuss den Ballenfaden und konnte ihn mit beiden Füssen fixieren, mit einer freien Hand gerade noch greifen und so die zwei Kettenenden endlich zusammen binden. Was war geschehen? Die Kette nahm zwar den Faden mit zum Grund, da dieser aber aus Plastik war, hatte er Auftrieb und „stand“ somit etwa 70 cm  vom Boden weg regelrecht im Wasser. Bei einer Wassertiefe von knapp über 2 m war es dennoch ein Glücksfall, dieses Stück Faden beim Überschwimmen zu berühren. Zum Glück hatte ich nicht zu früh aufgegeben, so dass die ganze Aktion wie geplant beendet werden konnte.

Weiher IIV