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Als der Weiher entstand

Wasser ist Leben. Wasser hat etwas mystisches, unnahbares, wenn man am Rand eines Gewässers sitzt und in die Leere starrt. Wasser hat mich schon immer angezogen. Schon als Kinder spielte sich ein Grossteil unsere Freizeit an Bächen und Tümpeln ab, wo man sich so herrlich beschäftigen konnte. Kaulquappen, Molche und Frösche fangen, den Schwalben zusehen, wie sie dicht über der Wasseroberfläche geschickt nach Insekten jagten. Am Abend waren es die Fledermäuse, die das Revier der Schwalben übernahmen. Es gab am Wasser immer sehr viel zu beobachten. Ein Traum war daher immer, einmal einen eigenen Weiher zu haben, in dem man auch schwimmen kann.
Das Gelände hier wird von einen Bach durchzogen, der sich aus dem Überlauf der Quelle und dem Oberflächenwasser des Hochmoores speist – ideale Bedingungen ein grösseres Gewässer mit Zu- und Ablauf anzulegen.

Im Jahre 2008 war es dann soweit. Eine Genehmigung bei der Gemeinde einholen, um bei Erhalt fest zustellen, dass sie bis 1000 qm Wasserfläche solche Bauvorhaben selbst genehmigen durfte und mein bescheidener Wunsch von ca. 400 qm so keine Probleme machte. Einen Bagger bestellt und los ging es. Sehr deutlich ist auf den Bildern zu sehen, dass die Südvogesen aus Granitgestein bestehen, was den Bagger gelegentlich an die Leistungsgrenze gebracht hat.

Inzwischen hat sich das Gewässer in die Umgebung eingebunden und ein Gleichgewicht hat sich zwischen Tieren und Pflanzen eingestellt. Die Ränder des Weihers sind wieder mit Pioniergehölzen bewachsen und neben Birken haben sich erstaunlicher Weise auch Kiefern etabliert, die auf dieser Meereshöhe selten sind. Die mergelhaltige sandige Uferböschung, die der Aushub bildete, scheinen sie zu mögen.
Gelbe Schwertlilien und Seerosen wurden gepflanzt und letztere haben immerhin 5 Jahre überlebt, bis die Wurzeln der Deerosen vermutlich von einer Bisamrattenpopulation als besonderer Leckerbissen radikal abgefressen wurden.

Gegen das Einsetzen von einem Dutzend Goldfische, die bei meinem Schwager „übrig“ waren, hatte ich nichts einzuwenden. Erst, als es nach 2 Jahren so um die Hundert geworden sind,  gingen mir die Ideen aus, wie ich sie wieder herausbekommen würde. Mit dem Einsetzen der gefrässigen Forellen hat sich nun auch die Goldfischpopulation eingependelt, weil kaum noch Jungfische überleben. Zusammen mit den ebenfalls schon gesichteten Ringelnattern reduzieren sie den Jungfischbestand erheblich.

Auch von den ungezählten Kaulquappen dürfte nur ein überschaubarer Teil nach dem Schlüpfen überleben. Karpfen und Schleie ergänzen den Fischbesatz, obwohl sie eigentlich wärmeres Wasser mögen, aber nicht so empfindlich auf Temperaturschwankungen reagieren, wie die Forellen.

Bis zu 5 Libellenarten habe ich schon ausgemacht und auch die Schwalben und Fledermäuse haben sich eingestellt – wie früher an unserem Dorfteich. Im Frühjahr versammeln sich 1-2 Stockentenpaare und nehmen das auf der Weihermitte fixierte Häuschen gerne zum Brüten an – häufig auch zweimal im Jahr.