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Absurdistan

30.1.15
Telefon- und Internetausfälle aufgrund beschädigter Oberleitungen sind in unserer Region häufige Begleiterscheinungen von Wetterunbilden.

Bei einem Ausfall brauchen wir als Leitungsendpunkt nur bis zum nächsten Verteiler laufen, um zu entscheiden, ob es sich um ein Router-, oder um ein Leitungsproblem handelt.
Bei offensichtlich zerstörten Zuleitungen, wie nach dem Schneechaos am letzten Januarwochenende, lehnt der Leitungsbetreiber Reparaturen an seinen Leitungen grundsätzlich ab, wenn der Endverbraucher – wie in unserem Fall – nicht Internet- oder Telefonkunde der Betreibergesellschaft ist.
Da eine normale Gerätekommunikation ja nicht mehr möglich ist, muss ohnehin jedesmal ein Nachbar mit intakter Leitung oder Mobilfunkempfang gebeten werden, den Ausfall zu melden, zumal mobiles Telefonieren innerhalb des Hauses hier nicht möglich ist.
Der Provider wiederum verlangt als Erstmassnahme stoisch, sich mit einem empfangsfähigen Mobiltelefon (er setzt also das Vorhandensein eines Mobiltelefons voraus) im Haus des Havaristen vor den Router zu stellen, um dem Schadenaufnehmer das Rotationsverhalten einer grünen Strichellinie im Display, sowie sämtliche Routerdaten (die ja bekannt sein dürften) zu übermitteln, – auch, wenn für den Kunden bereits ersichtlich ist, dass der Router wegen der defekten, weil herunter gerissenen Telefonleitung, gar nicht mehr funktionieren kann, es sich also nicht um ein Geräte- sondern um ein Leitungsproblem handelt. Grrrrrrr.
Dabei wäre die Vorgehensweise so einfach: Der Kunde teilt dem Provider mit bzw. lässt mitteilen, dass die Zuleitung defekt ist, woraufhin der Provider den Leitungsbetreiber beauftragt, seine betreffenden Leitungen in Stand zu setzen. Dazu bedarf es eines einzigen Anrufs aus dem Haus eines Hilfeleistenden – sollte mensch meinen.

4.2.
Absurdistan 2.0

Ich hatte die Nachbarin gebeten, sich mit ihrem Mobiltelefon neben unseren Router zu stellen und gemäss der Forderung des Providers, die langsam rotierende Strichellinie im Router zu bestätigen. Da ja die Leitungen an 2 Stellen abgerissen sind, kann der Router auch nicht mehr hergeben als „kein Signal“!
Nach dem Anruf entscheidet der Operator, mir einen Techniker vorbei zu schicken und mir Uhrzeit und Tag (11.2.15) per E-Mail mit zuteilen … Hä? Geht´s noch? Ich-habe-kein-Internet!!! Und überhaupt, was will der Techniker hier? Will er dem Provider bestätigen, was die Nachbarin telefonisch schon übermittelt hat, dass nämlich die grüne Strichellinie tasächlich langsam rotiert, als Hinweis, dass keine Verbindung zu Stande kommt?
Am angegeben Datum kommt kein Techniker. Nach erneuter telefonischer Intervention gab es einen neuen Termin – zu dem der Techniker auch erschien – um fest zustellen, dass die Telefonleitung defekt ist …
Der Techniker gibt die Erkenntnis an den Provider weiter und dieser beauftragt den Leitungsinhaber, die Leitung zu reparieren. Dies würde zwischen 48 und 72 Stunden geschehen -Wochenenden nicht mitgezählt! Also, am Montag. Jedoch, der Techniker der Betreibergesellschaft, der offensichtlich vorgeschickt wird, den Arbeitsaufwand vorab zu klären, hat die Leitungstrasse nicht gefunden …

18.2.
Absurdistan 3.0

Heute wurde der Provider informiert, dass die Leitung und damit die Verbindung, nicht wieder hergestellt wurde.
Passiert ist nichts, so dass am

24.2.
wieder telefonisch interveniert wurde.
Dabei sind die berufstätigen, einzigen unmittelbaren Nachbarn von meinem Provider so genervt, dass sie nur noch unwillig meine Wiedererlangung der Kommunikation unterstützen. Sie empfahlen mir im Gegenteil, den Provider zu wechseln, nämlich zu dem, den sie auch nutzen, der auch die Leitungen besitzt. Dabei ist dieser Provider bei ähnlichen Bedingungen nicht nur 20 € monatlich teurer, sondern hat es auch dieser Provider und Leitungsbesitzer bis heute nicht fertig gebracht, ihre eigene Leitung zu reparieren, die ebenfalls betroffen ist.
Statt dessen flickten die Nachbarn ihre Leitung selbst zusammen, was bei mir wegen der Masthöhen nicht möglich ist. Ich kann mich deshalb aber gelegentlich in die Kälte vor ihr Haus setzen (sie sind tagsüber ja arbeiten), um mit Hilfe ihres WLANs E-Mails zu checken, in denen mir mein Provider ggf. belang- und somit nutzlose Mails schickt. Die heutigen Agenturen gehen einfach davon aus, dass ihre Kunden unter 25 Jahre alt sind, mit ihren Smart-, Ei- und sonstigen Fonen E-Mails checken können und in Städten wohnen, wo eine Funkabdeckung zu 95 % gewährleistet ist. Die Kommunikation läuft zu 100 % ja schon papierlos. Mobile Telefonanrufe sind schon für, der französischen Sprache mächtige, Anrufer nervig genug, denn wer kennt es nicht? „Wenn Sie dies wollen, drücken Sie das, wenn Sie jenes wollen, drücken Sie dort und wenn sie keine Zeit zum warten haben, versuchen sie es doch morgen wieder!“ Dass jeden Anruf jemand anderes annimmt, der auch noch in Paris, Tunis oder franz. Polynesien hockt und sich im kurzärmligen Hemd absolut nicht vorstellen kann, dass es in Mittelgebirgen im Winter schneien kann, kommt noch hinzu. Will heissen, dass ich einmal pro Woche 8 km (einfach) zu jemanden fahre, der gerade noch willig ist, sich wieder und wieder dieser Prozedur zu unterziehen – für mich – mit, zumindest bis jetzt, keinem Ergebnis. Der Mitarbeiter des Providers registriert den Anruf und ein anderer gibt die Anforderung zur Leitungsreparatur weiter, bis zum nächsten Anruf des frustrierten Kunden, bzw. seiner Beauftragten. Es gibt einfach niemanden mehr, der sich persönlich einer Sache annimmt, ihr nachgeht, veranlasst, sie zu beseitigen und den Abschluss des Prozesses bekannt gibt!

25.2.15

2 Fahrzeuge der France Telecom haben offensichtlich die Telefonleitung gefunden und beginnen, die Leitung zusammen zuschustern! Jedoch, am Ende der Trasse, an der Telefondose, kein Signal! Raus zur Trasse, rein zur Dose – kein Signal. Es ist 17.00 Uhr, also Feierabend! Neuer Termin: 26.2.15 zwischen 13.30 Uhr und 15.00 Uhr.

26.2.15

Ich laufe heute morgen mit Hundi und traue meinen Augen nicht: Die haben die Leitung tatsächlich zusammengeflickt, ohne einen einzigen der Äste abzusägen, die für das Leitungsdesaster verantwortlich sind, ohne die Verteilerkästen wieder in der Höhe zu positionieren, wo sie einmal sassen, die Leitung – der Einfachheit halber – auf kurzem Wege durch den Wald gezogen, um, unter Auslassung des Masten, an dem sie einmal hing, abzukürzen!

Termin gegen 14.00 Uhr: Von draussen zur Dose – kein Signal! Von der Dose zur Leitung und zurück – kein Signal! Gefühlte 100 mal hin und her und nun geht´s wieder. Wir dürfen gespannt sein, wie lange. Für heute Nacht ist ein Regengebiet angekündigt, das in den Mittelgebirgen als Schnee niedergehen wird …

April 2015

Eine Freundin rät, vom Provider eine Entschädigung für die Unannehmlichkeiten und die Rückerstattung der Grundgebühr für den Monat Februar einzufordern. Also, einen Brief geschrieben. Als es nach 4 Wochen weder eine Reaktion Schwarz-auf-Weiss noch per Email gegeben hatte, sah mich erwähnte Freundin fragend an, als ich erwähnte, nur einen „normalen“ Brief geschrieben zu haben …

Also, das Ganze nochmal per „Einschreiben mit Rückschein“! Prompt kam 2 Tage später eine Bestätigung per Email (ein Blatt Papier haben wir bis heute nicht!), dass das Schreiben eingegangen sei und bearbeitet werden würde.

Mai 2015

Per Email (!)(es lebe das papierlose Büro!) wird uns mitgeteilt, dass sich nach einem bestimmten Schlüssel die „Unannehmlichkeiten“ incl. umsonst gezahlter Monatsgrundgebühr (19,90 €) die „Entschädigung“ auf 33,50 € belaufen würde.
Der Betrag wird auf das Vertragskonto überwiesen. Die geneigten LeserInnen mögen bedenken, dass von diesem Betrag die Grundgebühr für 1 Monat und die Kosten für den „Rückschein-Brief“ abzuziehen sind. Der klägliche Rest ist für die „Unannehmlichkeiten“.

26.06.15
Auf dem Vertragskonto ist die in Aussicht gestellt „Entschädigung“ eingegangen.